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„Ohne Haar nix los!“ Sie sind das Utensil des Friseurs und Grundlage seiner Arbeit: die Haare. Wachstumsrate, Haardicke und Anzahl der Haare sind von genetischen Faktoren abhängig. Durchschnittlich besitzt jedoch jeder Mensch 100.000 – 150.000 Kopfhaare.

Aufbau der Haare

Haare sind lange Hornfäden, die im Wesentlichen aus Keratin bestehen und in diesem Sinne nur bei Säugetieren vorkommen. Das Haar besteht aus den drei Schichten Cuticula, Cortex und Medulla. Die äußerste Schicht Cuticula wird auch Schuppenschicht genannt. Sie setzt sich aus flachen, übereinandergreifenden, verhornten, abgestorbenen Zellen zusammen, die sechs bis zehn solcher Zelllagen bilden. Anhand der Schuppenschicht lässt sich der Gesundheitszustand des Haares erkennen. Beim gesunden Haar liegt die Schuppenschicht flach an und ergibt so eine glatte, durchscheinende Oberfläche, die das Licht optimal reflektiert und den gesunden Glanz der Haare bewirkt.
Die zweite Schicht, der Cortex (Faserschicht), macht ca. 80 % des Haaranteils aus. Die für den Friseur relevanten chemischen Prozesse setzen hier an. Diese Schicht besteht aus Faserbündeln, die sich wiederum aus einer großen Zahl feinster Keratinfasern, den Fibrillen, zusammensetzen. Die Fibrillen sind eine Aneinanderlagerung von Cortexzellen. Verbunden sind diese Zellen durch den Zellmembrankomplex- eine Art Kittsubstanz. Die Reißfestigkeit und Elastizität der Haare hängen von dieser Verkittung ab.
Die Medulla (das Mark des Haares) spielt bei der Arbeit des Friseurs keine Rolle.

Der Chemische Aufbau der Haare

Haare bestehen hauptsächlich aus den Elementen Kohlenstoff (50 %), Sauerstoff (23 %), Stickstoff (17 %), Wasserstoff (6 %) und Schwefel (4 %). Der Wasseranteil (unter normalen Bedingungen 10 %) beeinflusst erheblich die mechanischen Eigenschaften des Haares.
Der Hauptteil des Haares (der Cortex) setzt sich zum größten Teil aus natürlichen Polymeren zusammen: 90 Prozent des Trockengewichtes sind Proteine (Eiweiße), die als Keratine bezeichnet werden.
Keratin ist sehr haltbar. Deshalb konnten Archäologen auch in in alten ägyptischen Gräbern Haare finden, die nahezu intakt waren. Außerdem spielen sich im Cortex alle chemisch relevanten Prozesse für die Frisur ab. Die Disulfidbrücken sind z.B. nur durch Produkte, die bei der Dauerwelle genutzt werden, wie Thioglykolsäure, lösbar. Wasserstoffbrücken im Keratin werden dagegen leicht gelockert und ermöglichen eine Umformung der Haare, beispielsweise durch Föhnen oder Eindrehen.

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